Die Zeit nach der Auswanderung
Vom ersten Jahr der Auswanderung bis zu seinem Tod (ṣallallāhu ʿalayhi wa-sallam)
Die Auswanderung des Propheten und der Bau der Prophetenmoschee
1. Jahr nach der Hijrah
Abū Bakr (raḍiya llāhu ʿanhu) traf für die gemeinsame Auswanderung mit dem Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) alle notwendigen Vorbereitungen und erwartete nur die Erlaubnis des Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam). Eines Nachts brach der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) zu Abū Bakr (raḍiya llāhu ʿanhu) auf, ohne dass die Leute der Quraysh, welche vor seinem (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) Haus warteten, es mitbekamen.
Gemeinsam mit Abū Bakr (raḍiya llāhu ʿanhu) verließ er (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) Mekka in Richtung Medīna und versteckte sich in der Höhle vom Berg Thawr. Die Quraysh suchten sie, konnten sie durch Allāhs Schutz jedoch nicht finden. Nach drei Tagen fuhren sie ihre Reise nach Medīna fort. Auf der Reise nach Medīna ereignete sich die Begegnung mit Surāqah ibn Mālik ibn Juʿshum, welcher den Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) und Abū Bakr (raḍiya llāhu ʿanhu) fangen wollte. Zudem machte der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) auf der Reise einen Halt bei Umm Maʿbad.
Täglich gingen die Muslime in Medīna, seine (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) Ankunft erwartend, an die Stadtgrenzen Medīnas und verweilten dort, bis die Mittagshitze zu stark wurde. Dies wiederholten sie tagelang, bis der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) an einem Montag im Rabiʿ al-Awwal angekommen ist. Nach seiner (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) Ankunft verblieb er für einige Nächte im Haus von ʿAmr ibn ʿAwf, gründete die Moschee von Qubāʾ und betete darin. Daraufhin stieg der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) auf seine Kamelstute und fuhr seine Reise fort, bis die Kamelstute sich an dem Ort der Prophetenmoschee niederließ.
Das Grundstück gehörte zwei Waisen (Suhayl und Sahl), welche unter der Obhut von Asʿad ibn Zurārah standen (raḍiya llāhu ʿanhum). Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) kaufte das Grundstück von ihnen ab, um die Moschee dort zu bauen. Bis die Moschee erbaut wurde, verblieb der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) im Haus von Abū Ayyūb al-Ansāri (raḍiya llāhu ʿanhu).
Überlieferungen zum Ereignis:
Sahih al-Bukhari 3906, Mishkat al-Masabih 5943
Änderung der Qiblah & die Pflicht, den Ramaḍān zu fasten
2. Jahr nach der Hijrah
16 oder 17 Monaten nach der Ankunft des Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) in Medīna wurde die Gebetsrichtung (Qiblah) geändert. Von nun an beteten die Muslime nicht mehr Richtung Jerusalem (Bayt al-Maqdis), sondern Richtung Mekka. Zusätzlich wurde das Fasten im Ramaḍān zur Pflicht und die Abgabe der Zakāt al-Fiṭr.
Überlieferungen zum Ereignis:
Sahih al-Bukhari 4492, Sahih Muslim 525b
Die große Schlacht von Badr
2. Jahr nach der Hijrah
Eine Handelskarawane der Quraysh, unter der Führung Abū Sufyāns, war auf dem Weg von ash-Shām zurück nach Mekka. Als die Information den Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) erreichte, mobilisierte er jeden, der ein Reittier hat, mit ihm zu ziehen. Sodass sie eine Zahl von über 310 erreichten. Abū Sufyān erfuhr, dass der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) ausrückte, um die Karawane anzugreifen. Daraufhin schickte er einen Boten nach Mekka, welcher die Quraysh zur Unterstützung rufen sollte. Diesem Ruf folgten alle der Quraysh, bis auf Abū Lahab. Zusätzlich riefen die Quraysh weitere Stämme der Araber zur Unterstützung.
Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) schickte ʿAlī, Saʿd und az-Zubayr (raḍiya llāhu ʿanhum) in Richtung des Brunnens von Badr, um die Quraysh auszuspähen. Einige der Ṣaḥābah konnten zwei Bedienstete der Quraysh fangen und zum Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) bringen. Durch eine gezielte Frage des Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) konnte er die Zahl der Quraysh auf 900 bis 1.000 schätzen.
Abū Sufyān änderte die Route der Karawane und zog somit weiter Richtung Küste, woraufhin die Karawane in Sicherheit zu sein schien. Aus diesem Grund zogen sich einige Stämme der Araber, die zur Unterstützung Abū Sufyāns mit den Quraysh rausgezogen sind, zurück. Abū Jahl hingegen zog aus Hochmut weiter, um den Arabern die Stärke der Quraysh zu beweisen.
Al-Ḥubāb ibn ʿAmr (raḍiya llāhu ʿanhu) schlug dem Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) vor, an dem Brunnen anzuhalten, welcher am nächsten zu den Quraysh ist. Die Strategie des Ṣaḥābis war es, die hinterliegenden Brunnen abzusperren und ein eigenes kleines Wasserreservoir zu graben. So blieb den Quraysh die Wasserversorgung verwehrt, wohingegen die Muslime weiterhin Zugang zu Wasser hatten. Mit einem Regen hat sich - durch Allāhs Gunst - der Boden verhärtet und es wurde eine Erschwernis für die Quraysh. Zudem sorgte dieser Regen für ausreichend Wasser im Reservoir der Muslime.
Am Freitag, den 17. Ramaḍān, stießen die Quraysh vor und ein Kampf war unausweichlich. Die Schlacht wurde durch drei Einzelkämpfe eröffnet, welche auf Seiten der Muslime durch ʿAlī ibn Abī Ṭālib, ʿUbaydah ibn al-Ḥārith und Ḥamzah (raḍiya llāhu ʿanhum) ausgetragen wurden. Sie gewannen die Kämpfe, wobei ʿUbaydah verletzt wurde und in aṣ-Ṣafrāʾ (Tal vor Medīna) starb.
Die Schlacht entfachte und Allāh sandte, nachdem der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) ein Bittgebet zu Allāh sprach, Engel zur Unterstützung der Muslime. So sahen die Ṣaḥābah, dass ein Gegner, den sie verfolgten, vor ihren Augen - durch den Angriff eines Engels - tot auf den Boden fiel.
Insgesamt töteten die Muslime 70 der Quraysh, nahmen 70 Gefangene und ihren Besitz, als Kriegsbeute, an sich.
Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) blieb drei Tage auf dem Schlachtfeld, bevor er in Richtung Medīna aufbrach. In aṣ-Ṣafrāʾ angekommen, verteilte er die Kriegsbeute, wie es von Allāh befohlen wurde. Zudem folgte er dem Rat von Abū Bakr, anstelle des Rates von ʿUmar ibn al-Khaṭṭāb (raḍiya llāhu ʿanhumā), und verlangte für jeden Gefangenen ein Lösegeld in Höhe von 400 Dirham.
Die Schlacht von Uḥud
3. Jahr nach der Hijrah
Allāh hat die Muslime durch diese Schlacht geprüft und zwischen den wahren Gläubigen und den Heuchlern unterschieden. Nachdem die Quraysh in Badr verloren haben und die Führenden der Quraysh in der Schlacht gefallen sind, war nun Abū Sufyān der Führer der Quraysh. Dieser wollte sich an den Muslimen rächen und mobilisierte 3.000 Quraysh und weitere verbündete Stämme. Daraufhin zog er mit allen zum Berg Uḥud, welcher sich kurz vor Medīna befindet. Dort angekommen schlugen sie ihr Camp auf.
Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) ließ sich von den Saḥābah (raḍiya llāhu ʿanhum) zu möglichen Handlungen beraten. Einige rieten zum Kampf, wohingegen ʿAbdullah ibn Ubayy ibn Salūl, einer der Heuchler, vom Kampf abriet und diese Meinung teilten einige. Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) entschied sich jedoch für den Kampf und zog seine Rüstung an. Auf dem Weg in Richtung Uḥud - mit 1.000 Männern aus Medīna - entschied sich ʿAbdullah ibn Ubayy ibn Salūl, nach Medīna zurückzukehren, und ihm folgten ca. 300 Männer. Am Berg Uḥud angekommen, verbot er (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) das Kämpfen, bis er seinen Befehl dazu gab.
Am kommenden Morgen bereitete der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) die Saḥābah (raḍiya llāhu ʿanhum) zum Kämpfen vor. Es waren 50 Reiter und 50 Bogenschützen anwesend. Die Bogenschützen waren unter der Leitung von ʿAbdullah ibn Jubayr al-Awsī (raḍiya llāhu ʿanhu), welcher, für sich und seine Schützen, den Befehl bekam, sich nicht vom Platz zu bewegen, um die Muslime von Angriffen aus dieser Richtung zu bewahren.
Der Beginn der Schlacht war zugunsten der Muslime, sodass die Ungläubigen zurückgedrängt wurden, bis sie bei ihren mitgereisten Frauen ankamen. Als die Bogenschützen von ʿAbdullah ibn Jubayr das sahen, riefen sie nach der Kriegsbeute und verließen ihre Position. Dies, obwohl ʿAbdullah ibn Jubayr (raḍiya llāhu ʿanhu) sie an den Befehl des Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) erinnerte. Daraufhin ergab sich eine Lücke zum Angriff für die Ungläubigen. Um die 70 der edelsten Saḥābah (raḍiya llāhu ʿanhum), darunter Ḥamzah, der Onkel des Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam), sind dabei gestorben. Zudem ermöglichte dies den Ungläubigen, den Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) anzugreifen. Dabei wurde sein Gesicht verletzt, ein Stück seines Schneidezahns ist abgebrochen und sein Kopf wurde verletzt. Eine Gruppe von ca. zehn Saḥābah (raḍiya llāhu ʿanhum) verteidigte den Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam). Schlussendlich konnte Ṭalḥah ibn ʿUbaydillāh (raḍiya llāhu ʿanhu) den Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) verteidigen und die Ungläubigen fernhalten. Der Shaytān rief lügend aus, dass der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) gestorben sei, was dazu führte, dass viele Muslime flohen.
Als der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) den Berg hinaufstieg, kam Ubayy ibn Khalaf angeritten, um den Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) anzugreifen. Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) griff nach dem Speer von al-Ḥārith ibn Simmah (raḍiya llāhu ʿanhu) und schlug damit Ubayy. Die Ungläubigen brachen daraufhin in Richtung Mekka auf.
Die Grabenschlacht (al-Khandaq)
5. Jahr nach der Hijrah
Nachdem der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) den Stamm der an-Naḍīr (Banū an-Naḍīr) aus Medīna verbannte, ging eine Gruppe der Juden zu den Quraysh nach Mekka, um einen Kampf mit dem Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) zu beginnen. Die Quraysh stimmten zu und riefen zur Unterstützung das Volk der Ghaṭafān hinzu. In Summe waren die Ungläubigen ca. 10.000 Männer.
Zur Verteidigung ließ der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam), auf den Vorschlag von Salmān al-Fārisī (raḍiya llāhu ʿanhu), einen Graben rund um Medīna graben, um die Ungläubigen fernzuhalten. Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) positionierte sich mit 3.000 Einwohnern aus Medīna hinter diesem Graben.
Der Stamm der Qurayẓah (Banū Qurayẓah) brach zudem das Abkommen mit dem Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) und schlugen sich auf die Seite der Ungläubigen. Dadurch wurde die Lage der Muslime ernster und Heuchelei verbreitete sich unter ihnen.
Die Ungläubigen belagerten den Gesandten Allahs (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) für einen Monat, ohne dass es zu einem Kampf gekommen ist, da der Graben einen Angriff der Ungläubigen nicht ermöglichte. Mit Ausnahme einiger Reiter, welche einen Weg durch den Graben fanden. ʿAmr ibn ʿAbd-Wudd al-ʿAmirī rief daraufhin zu einem Einzelkampf, welchen er gegen ʿAlī ibn Abī Ṭālib (raḍiya llāhu ʿanhu) verlor. Als die Reiter dies mitbekamen, flohen sie zu ihren Leuten.
Nuʿaym ibn Masʿud ibn ʿAmir al-Ghaṭafānī kam zum Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) und informierte ihn, dass er den Islām akzeptiert habe. In diesem Zuge bat er um seine Unterstützung, welche vom Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) akzeptiert wurde. Er (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) schickte ihn zu den Ungläubigen, um Missgunst unter ihnen zu streuen, denn sie wussten nicht, dass er den Islām akzeptiert hat. So ging er zuerst zu den Banū Qurayẓah, dann zu den Quraysh und schließlich zu seinem Volk - den Ghaṭafān. Er sprach mit allen und sorgte für Zweifel unter ihnen, sodass die Juden nicht mit den Quraysh gegen die Muslime kämpfen wollten.
Außerdem sandte Allah gegen die Quraysh eine Armee von Engeln und einen starken Wind. Weder die Zelte noch die Kochutensilien der Quraysh konnten dem Wind standhalten. Als sie dies erlebten, sind sie noch in der selben Nacht nach Mekka aufgebrochen.
Am nächsten Morgen betraten der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) und seine Ṣaḥābah (raḍiya llāhu ʿanhum) Medīna. Sie legten ihre Rüstungen ab und der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) nahm ein Bad bei Umm Salamah (raḍiya llāhu ʿanhā). Währenddessen kam Jibrīl (ʿalayhi as-salām) zu ihm und ordnete an, dass er seine Rüstung wieder anziehen und die Banū Qurayẓah verfolgen solle.
Die Expedition von al-Ḥudaybiyyah
6. Jahr nach der Hijrah
Der Gesandte Allahs (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) brach mit über 1.000 Männern auf, um die ʿUmrah zu vollziehen. Als die Ungläubigen in Mekka dies mitbekamen, schickten sie Khālid ibn al-Walīd mit einer Kavallerie, um den Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) davon abzuhalten. Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) nahm jedoch eine andere Route, sodass er nicht auf Khālid ibn al-Walīd stieß und in al-Ḥudaybiyyah ankam.
Dort angekommen schickten sich der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) und die Ungläubigen aus Mekka Nachrichten, bis Suhayl ibn ʿAmr kam. Mit ihm schloss der Gesandte Allahs (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) eine Vereinbarung, dass er und die Muslime mit ihm in diesem Jahr nicht die ʿUmrah vollziehen werden, sondern erst im kommenden Jahr. Weiter vereinbarten sie, dass bei der ʿUmrah im kommenden Jahr kein Kampf entfacht wird, dass die Muslime nicht länger als drei Tage in Mekka bleiben und dass das Friedensabkommen für zehn Jahre gilt.
Bevor es zur Vereinbarung zwischen dem Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) und den Quraysh kam, schickte der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) ʿUthmān ibn ʿAffān (raḍiya llāhu ʿanhu) nach Mekka, um die Quraysh zu informieren, dass sie ausschließlich zur ʿUmrah gekommen sind. Noch bevor ʿUthmān (raḍiya llāhu ʿanhu) zurückkehrte, erreichte dem Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) die Information, dass er (raḍiya llāhu ʿanhu) getötet wurde. Dies verärgerte den Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) und er rief alle mitgereisten Muslime auf, ihm einen Eid zum Kampf zu geben. Dieser Treueeid fand unter einem Baum in al-Ḥudaybiyyah statt und ist bekannt als „Bayʿat al-Riḍwān“.
Als das Abkommen mit den Ungläubigen aus Mekka geschlossen wurde, befahl der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) seinen Gefährten, den Weihezustand (Iḥrām) zu verlassen, indem sie schlachten und ihre Kopfbehaarung rasierten. Anschließend brachen sie gemeinsam mit dem Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) nach Medīna auf.
Überlieferungen zum Ereignis:
Sahih Bukhari 2731, siehe auch Sūrat al-Fatḥ Vers 18
Die Eroberung Mekkas
8. Jahr nach der Hijrah
Der Grund für den Kampf war die Nichteinhaltung des Abkommens aus al-Ḥudaybiyyah. Nach einem Jahr und neun Monaten attackierten und töteten einige der Banū Bakr, welche nach dem Abkommen in al-Ḥudaybiyyah ein Bündnis mit den Quraysh eingingen, einige vom Stamm der Khuzāʿah, welche nach dem Abkommen in al-Ḥudaybiyyah ein Bündnis mit den Muslimen eingingen.
Die Quraysh unterstützten die Banū Bakr beim Angriff, indem die Quraysh Waffen und Kämpfer zur Verfügung stellten. Die Khuzāʿah flohen und die Banū Bakr verfolgten sie, bis sie das Ḥarām-Gebiet von Mekka erreichten und in einigen Häusern der Bewohner Mekkas Zuflucht suchten. Durch diese Aktion wurde das Friedensabkommen zwischen den Muslimen und den Quraysh gebrochen.
Daraufhin brachen einige aus dem Stamm der Khuzāʿah nach Medīna zum Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) auf, berichteten ihm vom Ereignis und baten um seine Unterstützung. Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) bestätigte die Unterstützung der Muslime und sagte voraus, dass Abū Sufyān kommen wird, um mit ihm (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) das Friedensabkommen zu erneuern. So reiste Abū Sufyān nach Medīna, um das Friedensabkommen zu erneuern, doch der Gesandte Allāhs (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) sprach nicht mit ihm. Abū Sufyān versuchte außerdem, Abū Bakr und ʿUmar (raḍiya llāhu ʿanhumā) zu überzeugen, mit dem Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) zu sprechen, doch beide lehnten ab. Ebenso versuchte Abū Sufyān es bei ʿAlī ibn Abī Ṭālib (raḍiya llāhu ʿanhu), was ebenfalls erfolglos war.
Daraufhin bereitete sich der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) auf den Kampf mit den Ungläubigen in Mekka vor und bat Allāh darum, seine Vorhaben zu verdecken, damit die Quraysh nichts von seinem Vorhaben erfahren. Aus diesem Grund erfuhren sie nichts davon und es gelang ʿAlī, Az-Zubayr und al-Miqdād das Schreiben von Ḥāṭib ibn Abī Baltaʿah abzufangen (raḍiya llāhu ʿanhum).
Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) rückte mit einer Armee von 10.000 Soldaten raus, bis er kurz vor Mekka war. Als einige der Quraysh, aufgrund eines unguten Gefühls, ausrückten, um Informationen zu erlangen, sahen sie die Lagerfeuer des Gesandten Allāhs (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) und seiner Armee.
Als al-ʿAbbās (raḍiya llāhu ʿanhu), der Onkel des Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam), in dieser Nacht mit dem Esel des Gesandten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) ausritt, um ebenfalls Informationen zu erlangen, erkannte er Abū Sufyān, welcher auch die Lagerfeuer sah. So warnte al-ʿAbbās (raḍiya llāhu ʿanhu) Abū Sufyān vor der bevorstehenden Auseinandersetzung zwischen den Muslimen und den Quraysh. Um dies zu entgehen, riet al-ʿAbbās (raḍiya llāhu ʿanhu) ihm, den Islām zu akzeptieren. So ritt al-ʿAbbās (raḍiya llāhu ʿanhu) in Richtung des Lagers der Muslime und Abū Sufyān folgte ihm, bis sie beim Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) ankamen. Er (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) wollte, dass Abū Sufyān am kommenden Morgen noch einmal bei ihm eintritt, um den Islām zu akzeptieren. Am Folgetag brachte ihn al-ʿAbbās (raḍiya llāhu ʿanhu) zum Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) und nach kurzem Zögern akzeptierte Abū Sufyān den Islām und der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) sprach lobende Worte zu ihm. Diese Worte des Gesandten Allahs (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) deuteten darauf hin, dass Mekka ohne einen Kampf erobert wurde.
Als der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) in Mekka einmarschierte, wies er seinen Onkel al-ʿAbbās an, Abū Sufyān auf einen Berg steigen zu lassen, um die eintreffende Armee zu sehen. Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) ritt seine Kamelstute und trug seinen Helm. Dabei senkte er (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam), aus Demut vor Allāh, seinen Kopf so weit, dass er fast den vorderen Teil seines Sattels berührte.
Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) vollzog den Ṭawāf (siebenmalige Umrundung der Kaʿbah) und ließ sich die Schlüssel der Kaʿbah geben. Er betrat die Kaʿbah und ließ die sich darin befindenden Bilder entfernen. An diesem Tag sprach Bilāl den Gebetsruf vom Dach der Kaʿbah. Am Folgetag hielt der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) eine Predigt, in welcher er (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) die Heiligkeit Mekkas verdeutlichte.
Überlieferungen zum Ereignis:
Sunan Abi Dawud 3022, Sahih al-Bukhari 3352
Die Abschiedspilgerfahrt
10. Jahr nach der Hijrah
Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) betete das Mittagsgebet und brach dann, mit den Muslimen von Medīna in Richtung Mekka auf. Die Zahl war so hoch, dass sie nicht erfasst werden konnte. In Dhul Ḥulayfah betete er (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) das Nachmittagsgebet und verbrachte die Nacht dort. Zudem bekam der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) die Offenbarung von Allāh, dass er die Ḥajj und die ʿUmrah gemeinsam vollziehen soll. Der Gesandte Allāhs (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) nahm von Dhul Ḥulayfah sein Opfertier für die Ḥajj mit und ordnete alle Gefährten, welche bereits ein Opfertier besaßen, die selbe Form der Ḥajj zu vollziehen.
In Mekka angekommen vollzog der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) den Ankunfts-Ṭawāf und vollzog den Saʿi (schnellen Gang) zwischen aṣ-Ṣafā und al-Marwah und verließ nicht den Weihezustand (Iḥrām). Er (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) forderte hingegen diejenigen auf, welche kein Opfertier bei sich hatten, den Weihezustand (Iḥrām) zu verlassen und erst wieder in ihn einzutreten, wenn sie die Ḥajj vollzogen.
Am kommenden Morgen brach der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) nach Minā auf und verbrachte die Nacht dort und brach am Morgen darauf nach ʿArafah auf. In ʿArafah hielt der Gesandte Allahs (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) eine Predigt vor ca. 40.000 Gefährten. Danach verbrachte er die Nacht in Muzdalifah und noch bevor die Sonne aufging, ging er weiter nach Minā, wo er (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) den Jamarāt al-ʿAqabah vollzog. Dann ging der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) weiter in Richtung Kaʿbah und vollzog den obligatorischen Ṭawāf.
Am Folgetag hielt der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) eine weitere Predigt, in welcher er (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) seinen Gefährten (raḍiya llāhu ʿanhum) einen letzten Ratschlag gab, sie ermahnte und sie bezeugen ließ, dass er die Botschaft überbracht hat. Daraufhin kehrte der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) zurück nach Medīna.
Der Tod des Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam)
11. Jahr nach der Hijrah
Der Gesandte Allāhs (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) litt an einer schmerzhaften Krankheit, welche seinen Kopf betraf. Als die Schmerzen so stark wurden, dass er (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) nicht bei all seinen Frauen sein konnte, unterließ er dies und bat bei allen um Erlaubnis, bei ʿAʾishah (raḍiya llāhu ʿanhā) gepflegt zu werden. Dem stimmten alle seine Frauen zu. Er (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) litt über zehn Tage an diesen Schmerzen. Der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) beauftragte Abū Bakr (raḍiya llāhu ʿanhu), die Menschen im Gebet zu führen. Am Montag, den 12. Rabiʿ al-Awwal, im Alter von 63 Jahren, nahm Allāh die Seele seines Gesandten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) zu sich, als er sich bei ʿAʾishah (raḍiya llāhu ʿanhā) befand.
Der Tod des Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) war schwierig und sehr ernst für die Gefährten (raḍiya llāhu ʿanhum). ʿUmar ibn al-Khaṭṭāb (raḍiya llāhu ʿanhu) wollte dies vorerst nicht wahrhaben und sagte, dass der Prophet (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) zurückkehren werde, sowie es auch der Prophet Mūsā (ʿalayhi as-salām) tat. Abū Bakr (raḍiya llāhu ʿanhu) stand auf, wandte sich zu den Menschen und rezitierte den Vers 144 aus Sūrat Āli-‘Imrān.
Die Gefährten (raḍiya llāhu ʿanhum) bereiteten das Begräbnis des Propheten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam) vor. Sein Onkel al-‘Abbās (raḍiya llāhu ʿanhu) war verantwortlich für die Waschung des Gesandten (ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam). Ihm haben unter anderem sein Sohn Qutham und ‘Ali ibn Abi Tālib (raḍiya llāhu ʿanhum) geholfen. Das Totengebet haben die Gefährten nicht gemeinsam verrichtet, sondern getrennt und jeder für sich allein - zuerst die Männer, dann die Kinder und dann die Frauen (raḍiya llāhu ʿanhum).